Radiogottesdienst am Ostermontag um 10:00 Uhr in der Christuskirche Deutschlandsberg

Am 21.4.2014 wurde der Ostermontags-Radiogottesdienst aus der Christuskirche Deutschlandsberg österreichweit live in den ORF-Landesradios übertragen. – Herzlichen Dank dem Vorbereitungsteam, den Mitwirkenden, den Kirchgängern, dem ORF-Team und den Mitfeiernden an den Radiogeräten! – Und IHM, der uns zum Feiern einlädt!

Fernsehgottesdienst

Die Mitwirkenden und das ORF-Team

 

Der Gottesdienst zum „Nachhören“ auf der ORF-Homepage

 

Bericht über den Radiogottesdienst am Ostermontag, 21. April 2014 in der Christuskirche Deutschlandsberg

So pünktlich hat noch kein Gottesdienst in der Christuskirche begonnen: Um exakt 10.00 Uhr startete die Übertragung des Gottesdienstes am Ostermontag im Verbund der Regionalradios des ORF, wie Frau Mag. Andrea Karger-Schwar, die Leiterin der Übertragung, in ihrer (nur im Radio zu hörenden) Eröffnungsmoderation bekannt gab. Mit dem Orgelvorspiel von Kathrin Diwiak begann dann auch für die Mitwirkenden und die BesucherInnen die „Übertragungsathmosphäre“.

Für die Mitwirkenden und so manche BesucherInnen war die Situation nicht ganz neu, denn am Ostersonntag Nachmittag gab es die große Generalprobe: ein richtiger Gottesdienst, der allerdings noch in dem einen oder anderen kleinen Teil ein bisschen nachjustiert werden musste für die Liveübertragung am Montag.

Schon seit Februar hat das Team unserer Pfarrgemeinde den Gottesdienst inhaltlich, liturgisch und musikalisch geplant.Thema war die Begegnung des Apostels Petrus mit dem römischen Hauptmann Kornelius, wie sie in der Apostelgeschichte so eindrücklich berichtet wird. Zur Radio gerechten Aufbereitung des Themas aus dieser Geschichte, das wir formuliert haben: „Vertrautes verlassen – Neues wagen“, sind wir nicht den gewohnten Weg der Liturgie unserer Gottesdienste entlang gegangen, sondern durch die Einbindung verschiedenster kleinerer Textteile, von unterschiedlichen Stimmen gesprochen und in Dialogform gestaltet, wollten wir die Aufmerksamkeit der HörerInnen erreichen. Verbunden, bekräftigt und auch untermalt wurden die einzelnen liturgischen Teile durch Flötenmusik, Lieder des kleinen Projektchores, Lieder der Gemeinde aus dem Gesangbuch und den Beiträgen der Orgel durch Begleitung, Prä- und Postludium.

Es war ein hochkonzentriertes Unterfangen an diesem Ostermontag. Die daran Beteiligten darf ich einzeln nennen:

Die musikalischen Beiträge kamen von:

Kathrin Diwiak: Orgel / Barbara Faulend-Klauser: Flöte / Projektchor: Sopran: Daniela und Ursula Gerhold (Ltg.), Alt: Ingrid Lourenco und Ingrid Unterweger / Tenor: Uwe Eck / Bass: Daniel Gerhold

Die Lesenden: Sabine Maurer, Irene Diwiak, Karl Diwiak, Daniel Gerhold, Andreas Gerhold

Photos und Organisation: Erich Barzer

Für den anschließenden Kirchenkaffee bedanken wir uns beim Team um Regina Fuchs ganz herzlich. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es erste Reaktionen per Mail !

Zu 99,9% kam alles live aus der Kirche. Mit einer kleinen Ausnahme: Die am Beginn der Übertragung zu hörenden Kirchenglocken waren die von Stainzer Kirche, einfach wegen des besseren Gesamtklanges von drei Glocken.

Die Gottesdienst war so gut besucht, dass so manche im Radio Zuhörende verwundert waren, dass die Kirche eine eher kleine ist. Für die Qualität der Übertragung danken wir dem Team des ORF-Steiermark.

So exakt die Übertragung begonnen hat, so pünktlich war sie auch zu Ende. Beim Kirchenkaffee gab es die erste Gelegenheit, sich wieder ein wenig zu entspannen. Das Foto des gesamten Teams entstand, als alles von ORF-Seite aufgeräumt, gepackt und abfahrbereit war. Im besten Sinn der Schlusspunkt des Radiogottesdienstes am Ostermontag aus der Christuskirche in Deutschlandsberg.

Andreas Gerhold

 

 

Ablauf und Texte im Detail:

1. Präludium Orgel: Kathrin Diwiak

2. Eingangslied: EG 100, 1. 2. 4.

3. Begrüßung Karl Diwiak
„Frohe Ostern und herzlich willkommen zum Gottesdienst am heutigen Ostermontag aus der Evang. Christuskirche in Deutschlandsberg.
Ihnen zu Hause, die Sie im Radio mit dabei sind und Ihnen hier in der Kirche.
Wir – die Evang. Pfarrgemeinde Stainz-Deutschlandsberg sind eine kleine Gemeinde auf großer Fläche: ist doch der Bezirk Deutschlandsberg fast so groß wie die Stadt Wien.
Die Friedenskirche in Stainz und die Christuskirche in Deutschlandsberg sind die Orte, an denen die Gottesdienste der Gemeinde gefeiert werden.
Durch die Renovierung vor einigen Jahren ist in der Christuskirche ein völlig neuer Gottesdienstraum entstanden, der verschiedenste Gottesdienstformen ermöglicht: Traditionelle Gemeindegottesdienste, Familiengottesdienste mit Kleinkindern mit viel Bodennähe, Konfirmandenunterricht, Kinderfeste, verschiedene Sitzungen, oder eben – heute, am Ostermontag 2014 zum ersten mal hier: – einen Radiogottesdienst.
Für den entschlossenen Umbau dieser Kirche wurden alte Traditionen fortgeführt aber dabei zugleich auch viel Neues gewagt, ganz entsprechend dem Thema unseres heutigen Radiogottesdienstes:
„Vertrautes verlassen und Neues wagen“. Feiern Sie mit uns diesen Gottesdienst
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes!“

4. Psalmlied: Singt dem Herrn (M u. T: Jacques Berthier) Singkreis, Sabine Maurer
Psalm 96 (Auszug)
„Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!
Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.

Denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!
Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!“

5. Kyrie: Daniel Gerhold, Irene Diwiak, Karl Diwiak

Karl Diwiak: „Gott, so gerne nehmen wir in Anspruch, der eigene Weg wäre der einzig richtige. Zeige uns, dass beides möglich ist: Den eigenen Weg vertrauend auf dich zu gehen und gleichzeig anderen Menschen ihren eigenen anderen Weg zuzugestehen.“

Kyrieruf: EG EG 178, 9 Gemeinde /Orgel

Irene Diwiak: „Gott, Unbekanntes und Fremdes verunsichert uns. Öffne die Räume unserer Ängstlichkeit, in denen wir uns eingerichtet haben und lass uns bereit werden, den Anderen aufgeschlossen zu begegnen.“

Kyrieruf

Daniel Gerhold: „Gott, unsere engen selbst gebauten Grenzen bringen wir vor dich. Öffne sie behutsam und lass uns bereit werden, deinem Geist zu folgen, der uns in die Weite führt und Orientierung gibt.“

Kyrieruf

6. Gloria in excelsis: Pfr. Andreas Gerhold

„Gott lädt uns ein, ihre Begleitung anzunehmen.
Gott ermuntert uns, auf allen unseren Wegen ihm zu vertrauen und die Auferstehung zu erwarten, die mit Jesus ins Leben getreten ist.
Gott gilt unser Lob: Ehre sei Gott in der Höhe!“

Antwort der Gemeinde Gemeinde/Orgel

7. Tagesgebet: Pfr. Andreas Gerhold

„Der Stein vom Grab – weggerollt, damit das Leben ins Licht treten kann.

Das Leichentuch – leer, zusammengelegt, es wird nicht mehr gebraucht.
Im Garten die erste Begegnung – ängstlich zunächst und dann erfüllt von Freude.

Erweckt aus ihrer Ängstlichkeit öffneten JüngerInnen die Türen und Fenster, gingen auf die Straßen und Plätze und ließen die Welt wissen: Ein neues, verändertes Leben hat uns berührt. Wir folgen seinen Spuren und vertrauen auf Gott.
So bitten wir heute um deine Heilige Geistkraft, guter Gott, dass wir in diesen Spuren gehen und die Sprache des Lebens verstehen können. Mit Jesus, der uns gerufen hat. Amen.“

8. Wochenlied: EG 650, 2 – 4 Gemeinde /Orgel

9. Predigtteil:

9.1: Innerer Monolog Kornelius Daniel Gerhold
„Mein Name ist Kornelius. Ich lebe in Cäsarea, einer Stadt in Palästina, in der römischen Provinz Syria. Ich bin Römer und Hauptmann der Armee. Cäsarea ist zwar eine sehr römisch geprägte Stadt, immerhin der Sitz des Statthalters. Aber als ich damals hierher in die Provinz versetzt wurde, war mir trotzdem alles ziemlich fremd – die Landschaft, die Sprache, die Sitten und Bräuche…Allmählich lernte ich Land und Leute besser kennen, und ich muss schon sagen: Sie faszinierten mich bald, die Juden, mit ihrem Glauben an einen einzigen Gott, der ihr ganzes Leben prägt. Das war mir neu, so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Ich habe also versucht, mehr zu erfahren, und kurz gesagt: Seit längerer Zeit lebe ich auch selbst nach den Geboten des Gottes Israels. Ich bete oft zu Ihm und gebe Almosen, lese die Heiligen Schriften… Und doch: So ganz gehöre ich noch immer nicht zur jüdischen Gemeinde. Ich bleibe ein Fremder, ein Außenseiter. Aber gestern ist mir etwas wirklich Eigenartiges passiert: Ich hatte eine Art…Vision! Mir ist ein Engel Gottes erschienen, der mir aufgetragen hat, Leute nach Joppe zu Simon Petrus zu schicken. Wozu – das hat der Engel mir nicht verraten. Aber gut – ich habe getan, wie mir in der Vision befohlen worden war. Drei meiner Männer sind also gerade auf dem Weg nach Joppe und holen diesen Petrus. Was das wohl bedeuten mag?“

9.2: Flötenmusik Barbara Faulend-Klauser

9.3: Innerer Monolog Petrus Karl Diwiak
„Ich heiße Simon, man nennt mich aber auch Petrus, den Felsen. Leicht bin ich ja wirklich nicht zu erschüttern: Ich war früher von Beruf Fischer und bin später drei Jahre lang mit Jesus durchs Land gezogen. Nach seinem Tod habe ich die Leitung der Gemeinde übernommen. Ich habe schon vieles erlebt, und mich beunruhigt so leicht nichts. Was heute zu Mittag geschehen ist, hat mich aber doch aus dem Konzept gebracht: Ich war am Dach, um zu beten. Plötzlich sah ich auf einmal aus dem Himmel ein großes Tuch herabkommen, in dem sich alle möglichen vierfüßigen Tiere, Kriechtiere und Vögel befanden. Unreine Tiere, muss ich betonen, deren Verzehr die Heilige Schrift uns Juden explizit verbietet! Und eine Stimme vom Himmel sagte zu mir: „Steh auf, Petrus, schlachte und iss!“ Ich habe gedacht, ich höre nicht recht! Ich war zwar hungrig, aber diese Tiere zu essen – undenkbar! „Auf keinen Fall, Herr!“ habe ich also geantwortet. „Ich habe noch NIE etwas Unreines gegessen!“ Doch die Stimme antwortete mir: „Was Gott für rein erklärt hat, das nenne DU nicht unrein!“ Das ist drei Mal geschehen. Während ich noch überlegte, was diese Worte zu bedeuten haben, klopfte es plötzlich unten an die Tür des Hauses, in dem ich zu Gast bin. Mit lauter Stimme fragten Männer nach Simon mit dem Beinamen Petrus: Die fremden Männer suchten also nach MIR! Bald habe ich erfahren, dass ich nach Cäsarea kommen solle, zu einem römischen Hauptmann namens Kornelius, der seinerseits auch eine Vision gehabt hatte. Kann das ein Zufall sein? Oder kann Gott wirklich wollen, dass ich das Haus eines Römers, eines Heiden betrete? Soll ich wirklich nach Cäsarea gehen, in die Residenzstadt des römischen Statthalters?
Leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen, aber tief in mir fühle ich: Gott will, dass ich mit diesen Männern gehe. Was immer in Cäsarea auch geschehen wird, Gott schickt mich auf den Weg.“

9.4: Flötenmusik Barbara Faulend-Klauser

9.5: Bibellesung Apostelgeschichte 10, 23b – 28.34b – 35 Irene Diwiak
Einleitung: „So wird die Begegnung von Kornelius und Petrus in der Apostelgeschichte erzählt:
23b Am folgenden Tag brach er auf und zog mit ihnen; und einige von den Brüdern aus Joppe begleiteten ihn.
24 Am Tag darauf kam er nach Cäsarea. Kornelius, der seine Verwandten und seine engsten Freunde zusammengerufen hatte, erwartete sie schon.
25 Als Petrus unter der Tür stand, ging ihm Kornelius entgegen und warf sich voller Ehrfurcht ihm zu Füssen. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sagte: Steh auf! Auch ich bin ein Mensch.
27 Und im Gespräch mit ihm trat er ein und fand viele Leute versammelt.
28 Und er sagte zu ihnen: Ihr wisst, wie unstatthaft es für einen Juden ist, mit einem Fremden aus einem anderen Volk zu verkehren oder gar in sein Haus zu gehen. Mir aber hat Gott gezeigt, dass ich keinen Menschen gewöhnlich oder unrein nennen soll.
Jetzt erkenne ich wirklich, dass bei Gott kein Ansehen der Person ist,
35 sondern dass ihm aus jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt.“

9.6: Flötenmusik Barbara Faulend-Klauser

9.7: Auslegung Petrus Sabine Maurer
„Lieber Apostel Petrus!
Wenn du wüsstest, dass das was du erlebt und erfahren hast, Geschichte gemacht hat! Dabei warst du doch zunächst sehr skeptisch und einer neuen Entwicklung gegenüber verschlossen. Geführt vom Geist Gottes hast du dich dann aber doch auf Fremdes eingelassen. Du hast dabei erlebt, dass Gott Grenzen überschreitet und sogar schon überschritten hat, bevor du selbst es erkannt hast. Im Haus des römischen Hauptmanns in Cäsarea kommst du zu der Erkenntnis: Gott heißt jeden und jede willkommen, der ihn fürchtet und nach der Tora lebt, aus welchem Volk auch immer er oder sie stammt. Und so ist auch die Tür geöffnet, das Evangelium von Jesus Christus an Menschen jeder Herkunft, nicht nur wie bisher an Juden, weiterzugeben.
Der Weg vom Dach des Hauses in Joppe bis in das Haus in Cäsarea war nicht nur weit für dich, sondern hat dir auch persönlich einiges abgefordert. Die Vision hat deine bisherige Frömmigkeit in Frage gestellt. Mir schient aber, dass Dir dadurch etwas klar geworden ist: Dein Glaube an den Gott Israels und dein Glaube an Jesus Christus gehören für dich unabdingbar zusammen. Das bedeutet, dass Du die jüdischen Gebote selbstverständlich einhältst wie andere Christusgläubige deiner Zeit auch.
Spannend finde ich es, wie du es geschafft hast, bei deiner Überzeugung und Lebensweise zu bleiben und dich gleichzeitig auf Fremdes und noch nicht Bekanntes einzulassen und es zu akzeptieren. Oft geht es uns nämlich auch so: Wir wollen anderes weder wahr- noch ernstnehmen und schon gar nicht anerkennen. Oft bauen wir dann innere und äußere Mauern um uns herum auf. Manchmal braucht es einen ordentlichen Anstoß von außen, damit wir beginnen, unsere bisherige Haltung zu überdenken. An dir, Petrus, lerne ich wie du dich Schritt für Schritt auf Unbekanntes einlässt, obwohl es dir sicher auch zunächst wie eine Zumutung erscheint. Der Geist Gottes führt dich dabei ganz behutsam. Er verlangt von dir nicht alles auf einmal, sondern nur, dass du dich dem nächsten Schritt gegenüber offen zeigst. Erst stehst du auf, d.h. du wirst aktiv, kommst in Bewegung, beharrst nicht auf deinem Standpunkt. Das ist für viele von uns sicher der schwierigste Schritt. Einmal in Bewegung gekommen, gehst du vom Dach des Hauses herunter. War das vielleicht auch ein innerliches Herabsteigen von einer gewissen Überheblichkeit?
Du stellst dich dann auf die dir fremden und unangekündigt gekommenen Männer ein und hörst ihnen gut zu.
Wenn wir zuhören, wissen wir, was von uns verlangt ist. Oft ist es viel weniger als wir schon befürchtet haben. Durch das Hören kann unsere Unsicherheit dann auch Schritt für Schritt schwinden. An deinem Weg, Petrus, lässt sich das gut ablesen.
In Cäsarea kommen dir Kornelius und seine Begleiterinnen und Begleiter freundlich entgegen, sie warten schon auf dich. Dir ist sicher mit einem Mal klar, dass du jetzt hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, weil Gottes Geist dich hierher geführt hat.
So wie du können wir bei allem, was uns unbekannt und fremd erscheint, darauf vertrauen, dass Gottes Geist uns schon vorangegangen ist und uns den Weg bereitet hat. Er wartet nur darauf, dass wir uns auf das Unbekannte einlassen, es Schritt für Schritt kennenlernen, um im Fremden Gottes Wirken zu erkennen und anzunehmen. Vielleicht werden wir damit auch wie du Geschichte schreiben?
Lieber Petrus, soweit für heute. Ich grüße dich sehr herzlich aus unserem Gottesdienst in Deutschlandsberg.“

9.8: Flötenmusik Barbara Faulend-Klauser

9.9: Auslegung Kornelius Pfr. Andreas Gerhold
„Lieber Kornelius !
Deine Offenheit und dein Mut beeindrucken mich.
Als Hauptmann der strengen römischen Militärhierarchie traust du dich so offen auf Menschen zuzugehen, die dir fremd sind.
Noch dazu in Provinzhauptstadt Cäsarea, die so ganz nach dem Vorbild von Rom erbaut worden ist.
An der kleinen jüdischen Gemeinde hast du besonders Gefallen gefunden. Ihre Regeln und Gebote, die ihrem Alltag Struktur geben und ihren Glauben an den einen Gott Israels auch für andere sichtbar machen.
Ich glaube herauszuhören, dass dir ein Leben nach solchen Geboten viel mehr zusagt als der rauhe Ton der Armee.
Aber geht es dir nicht vielmehr um den Glauben dieser Gemeinde?
Immerhin, so lesen wir es in ihren Heiligen Schriften, wissen sich die Angehörigen der jüdischen Gemeinde von Gott getragen und geborgen. ja ihr ganzes Leben lang begleitet, und das schon seit tausenden von Jahren.
Du hattest ja dann noch eine ganz überraschende Vision: da war bei dir auf einmal eine Person mit dem leuchtenden Gewand.
Ich verstehe, dass du erschrocken warst. Ginge mir nicht anders.
Und diese Person wusste, dass du die jüdische Gemeinde unterstützt und das eine oder andere Gebet zu Gott gesprochen hast.
Den Auftrag, nach dem dir unbekannten Petrus zu schicken und in dein Haus einzuladen, hast du sofort befolgt.
Auch ohne zu wissen, was da noch auf dich zukommen wird.
Also deine Konsequenz zu dem zu stehen, was du für dich als richtig erachtest hast, die findet meinen Respekt.
Gerade wenn es um so Grundlegendes wie den Glauben, die eigene Überzeugung geht.
Die Begegnung mit dem Petrus ist ja dann einfacher verlaufen als du vielleicht gedacht hast.
Doch gibt es da ein paar Fragen an dich, lieber Kornelius, die sich für mich heute stellen:
Wie hat die Begegnung mit Petrus deinen Glauben, deine Glaubensposition verändert.
Hat sie dir einen weiteren Weg aufgezeigt oder wurdest du eher verunsichert.
Die wenigen Tage waren doch ziemlich ausgefüllt mit sehr elementaren Ereignissen.
War dir denn der Name Jesus von Nazareth schon bekannt, von dem dir Petrus erzählt hat.
Eventuell sogar ein paar der Ereignisse, die wir auch heute noch kennen, Gespräche, die er geführt hat, die Zehn Preisungen in der Predigt an die Vielen am Berg oder die Begegnungen als der, der auferstanden ist mit seinen Freundinnen und Freunden, zu denen Petrus ja auch gehört hat.
Aus diesen Begegnungen ist ja dann die christliche Bewegung entstanden. Ihr der sich auch Menschen angeschlossen haben, die aus ganz anderen religiösen Traditionen kommen, so wie du, Kornelius.
Und hier begegnen wir uns, die christliche Gemeinde, die sich in ihrem Glauben an Gott auf Jesus von Nazareth bezieht, der von Gott durch den Tod in das Leben getragen wurde.
Und du Kornelius, der von Petrus davon erfahren hat.
Ich wünschte mir sehr, dass aus dem Glauben, der selbst im Tod das Leben erwartet, ein Mehr an Offenheit, an Mut entsteht. Menschen der sich aus bisher Vertrautem lösen und sich auch fremdem, unbekannten zuwenden können.
Auch bei uns gibt es eine Vielfalt an Religionen und Lebensformen, die einander misstrauen, die sich vorwerfen, nicht gewohnten Traditionen zu entsprechen.
Das macht im Alltag vieles schwierig, ja es kommt dabei sogar die Gewalt ins Spiel.
Das treibt Menschen auf die Flucht, sie verlieren ihren Halt, riskieren ihr Leben und stranden in Ländern, die sie nicht kennen, die sie verunsichern.
Wir sollten sie einladen und uns einlassen auf sie, ihren Glauben, ihre Ängste und Visionen.
Ich wünschte mir auch heute noch Personen so wie du, Kornelius, die neugierig und bereit sind, voneinander zu lernen.
Das ist im übertragenen Sinn ja auch die Botschaft des Osterfestes, das wir im Gedenken an Jesus feiern, der von Gott durch den Tod in das Leben getragen wurde.
Ostern überbringt bis heute die Botschaft: der Glaube an Gott trägt das Leben und vertraut den Wegen, auf denen wir uns auch über die Zeiten hinweg begegnen können.
So sei gegrüßt, Kornelius, Salve von der österlichen Gemeinde in Deutschlandsberg.“

10. Predigtlied: EG 395,1 – 4 Gemeinde /Orgel

11. Glaubensbekenntnis Gemeinde/Andreas Gerhold

12. Chorlied: Mit dir, o Herr, die Grenzen überschreiten (4 Strofen) Singkreis

13. Fürbitten: Karl Diwiak, Daniel Gerhold, Sabine Maurer, Irene Diwiak, Pfr. Andreas Gerhold
Sabine Maurer: „Laßt uns beten: Gott: Lass uns erkennen, dass das Leben vom Aufbruch lebt. Mache uns Mut, aus Vertrautem aufzubrechen und auf Anderes zuzugehen, im Bewusstsein, dass du uns auf unserem Weg stets begleitest. Hilf uns, unsere Ängste abzubauen und neuen Wegen zu vertrauen, die du uns weist.“

Gebetsruf: EG 789, 5 Gemeinde /Orgel

Karl Diwiak: „Guter Gott, leite unsere Blicke immer wieder neugierig auf Dinge, die uns fremd sind, die uns Angst machen oder die uns nicht interessieren und ermögliche uns damit Neues zu lernen und zu entdecken.
Wir bitten für alle Menschen, die bereits aufgebrochen sind, dass sie Menschen begegnen, die sie annehmen, bestärken und denen sie vertrauen können.“

Gebetsruf

Irene Diwiak: „Gütiger Gott, wir bitten Dich für all jene, die Vertrautes verlassen müssen. Gib Ihnen die Stärke sich in der neuen Schule, am neuen Arbeitsplatz, in der neuen Unterkunft oder in der neuen Lebenssituation gut einzufinden.
Stärke und begleite all jene, die ihren Weg noch nicht gefunden haben, die ihre Lebensorientierung und ihren Glauben verloren haben. Herr, schenke ihnen den Mut und Zuversicht, den ersten Schritt zu wagen.“

Gebetsruf

Daniel Gerhold: „Gütiger Gott: Schenke den Verantwortlichen in den Kirchenleitungen, die sich um eine lebendige Ökumene bemühen, Ausdauer und Zuversicht. Erfülle sie mit den Gaben des Heiligen Geistes, damit sie nicht müde werden, ihre eigenen Grenzen zu überwinden und aufeinander zuzugehen.“

Gebetsruf

Sabine Maurer: „Wir denken auch an diejenigen, die heute nicht mit uns feiern können. Gott, halte Deine schützende Hand über alle kranken Menschen und lass uns an die denken, die nicht mehr unter uns sind.“

Gebetsruf

Pfr. Andreas Gerhold: „Gütiger Gott: Schenke uns das Bewusstsein, dass jeder Tag ein Tag ist, an dem du Grenzen in uns zu anderen hin öffnen willst. Wir danken dir, dass wir heute in deinem Namen diesen Gottesdienst feiern können. Lass in uns die Botschaft des heutigen Tages wirken.“

Überleitung zu:

14. Vater unser Gemeinde/Pfr. Andreas Gerhold

15. Schlusslied: EG 643, 1 – 3.1

16. Segen Pfr. Andreas Gerhold
„Gott segne deine Unsicherheiten, Gott segne dein Vertrauen, Gott segne deine Ängstlichkeit, Gott segne deine Freude, Gott segne deine Offenheit, Gott segne den ersten Schritt, den du setzt auf den Weg des Friedens.
So segne uns Gott, der barmherzig ist und gnädig. Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“

17. Orgelnachspiel Kathrin Diwiak