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Neue „Gottesdienstordnung“ im „Lockdown“.

Nun also sind wieder im Lockdown. Also, nicht ganz so wie bei den ersten drei. Die Schulen sind geöffnet für die, die wollen, die Kirchen dürfen in beschränktem Rahmen Gottesdienste feiern.

Das werden wir auch tun! Unser Rahmen wird ein „Hybrid-Gottesdienst“ sein. Das bedeutet: Jeder Gottesdienst wird zeitlich kurz gefasst gefeiert und gleichzeitig aufgezeichnet, damit wir diesen Stream auf unseren digitalen Plattformen veröffentlichen können. Da jeder Gottesdienst, auch im Lockdown, öffentlich ist, laden wir herzlich dazu ein! Die Besucher*innen werden allerdings nicht mit aufgezeichnet! Nur das Gottesdienstteam wird in den Aufzeichnungen zu sehen und zu hören sein!

In dieser ersten Woche werde ich meine aktuellen Beiträge von „Antenne-Gott und die Welt“ in meinen Blog stellen. Heute schon zwei: der gestrige Sonntag und eben heute. Nachzuhören sind sie auch auf https://antenne.at/gott-und-die-welt

Bleibt aufrecht, gesund und gestärkt mit dem Segen Gottes!
Ihr/Euer Andreas Gerhold

Blog Pfarrer Gerhold am 30. November 2021

Ein Vers der Hoffnung, der Entlastung, der klugen Voraussicht ist die heutige Tageslosung für den 30. November. Aus dem 31. Psalm: Meine Zeit steht in deinen Händen. Abgesehen davon, dass die Zeit etwas sehr persönliches, sich unerwartbar dehnendes und – leider – öfters davongaloppierendes ist, lege ich gerne diese meine Lebenszeit in die Hände Gottes. Weil sie für mich unverfügbar ist. Wie sinnvoll ich diese Zeit nütze, das steht in meinen Händen. Zeit zur Erholung, zur Arbeit, Musik zu hören oder zu lesen, mit der Familie, Freunden*innen, jede*r von uns hat so seine zeitlichen Prioritäten. Öfters passen sie zusammen, und dann wieder gar nicht. Aber so ist das mit verfügbarer und unverfügbarer Zeit. Meine Lebenszeit aber, die steht in Gottes Hand. Eine hoffnungsvolle und entlastende Zusage. Gott sei´s gedankt!
Eine Besonderheit des 30. November ist es, dass ich an diesem Tag Glückwünsche zu meinem Namenstag bekomme. Über die ich mich sehr freue! Als evangelischer Christ halte ich mich bezüglich der als Heilige verehrten Personen ganz an das Augsburger Bekenntnis (Artikel 21): „Den Heiligen soll man gedenken, damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und auch wie ihnen durch den Glauben geholfen worden ist; außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen!“
Nach Johannes 12,22 war Andreas zusammen mit Philippus ein Fürsprecher griechisch sprechender Besucher*innen, die Jesus sehen wollten während des Pesachfestes in Jerusalem. Andreas war also mit der griechischen Sprache vertraut. Heureka! Das ist ein feines Erbe meines Namenspatrons! (siehe auch www.heiligenlexikon.de zum Tag).

In solch positiven Gedanken miteinander verbunden, Ihr/Euer Andreas Gerhold

Blog Pfarrer Gerhold vom 29. November 2021

Nun bin ich ja gespannt, wie lange der Lockdown wirklich dauern wird. Die Stimmen pro und contra sind ja weit gestreut. Wie so manches in diesen Tagen und Wochen breit gestreut ist. Meine Hoffnung ist, dass die vielen unterschiedlichen Stimmen sich auf eine Basis verständigen können: die des Zusammenhalts. Daher auch meine Wünsche in dieser Zeit: dass wir weiterhin die Gottesdienste in den Kirchen feiern können und die Schulen offen bleiben. Ich erlebe es bei unseren Gottesdiensten, die wir aufzeichnen und in unseren digitalen Medienkanälen zur Verfügung stellen: dass die Besucher*innen in der gemeinsamen Feier eine solche Basis der Verständigung und des Zusammenhalts erleben dürfen und können. Wie auch die Schüler*innen durch den Präsenzunterricht ihre soziale Einbindung jeden Tag erfahren. Als Pfarrer stehe ich Ihnen auch für Gespräche und Besuche zur Verfügung. Meine Kontaktdaten sind auf dieser Homepage unserer Pfarrgemeinde leicht zu finden!
Zum Thema dieses Blogs passend füge ich auch meine Texte von „Antenne-Gott und die Welt“ hier an. Zum Nachhören zu finden sind sie ebenso auf dem Antenne-Podcast https://antenne.at/gott-und-die-welt.

Dienstag, 23. November 2021:
Adventmärkte eingezäunt, Kontrollen überall, verspätete Testergebnisse, Klassen im Homeschooling, Tourismusbetriebe bangen um die Wintersaison. Die Auswirkungen der Pandemie sind schon gravierend. Und mittendrin die Proteste des Pflegepersonals und der Kindergartenpädagoginnen. Deren Anliegen ich gut verstehen kann. Aber irgendwie dringen sie mit ihrer Sprache nicht durch. Dorthin, wo ihre Sache entschieden wird: in den Landesregierungen. Sie haben keine gemeinsame Sprache. Jede der beteiligten Gruppen hat ihre Sprache, die sie untereinander gut verstehen. Aber miteinander? Dabei geht es doch genau darum. Um das gemeinsame Anliegen: den Personen, die Pflege brauchen, Betreuung erwarten, diese auch geben zu können. Von genug Pflegepersonal, das anständig und ihrer verantwortungsvollen Arbeit entsprechend bezahlt wird. Dasselbe gilt für die Kindergärten. Nur das Alter ist unterschiedlich. Ein Vorschlag: statt Kindergärten, ein Wort der Verniedlichung, das anscheinend auch die Gehaltshöhe betrifft, den Namen „Kinderspielschule“ oder so ähnlich zu geben. Da wäre das Wort Schule mit im Spiel und die entsprechende Gehaltseinstufung gleich mit dazu. Sollten die Landesregierungen Weihnachtsgeschenke suchen, wäre das eine Idee: Den neuen Gehaltszettel unter den Christbaum legen. Kein einmaliger Gutschein, sondern ein Dauerabo für die ganze Berufszeit. Advent ist nämlich auch Vorfreude!

Mittwoch, 23. November 2021:
„Entschuldigen Sie die späte Störung. Eigentlich ruft man um diese Zeit nicht mehr an. Aber mir ist gerade eingefallen…“ Oder: „Ich weiß, Sie haben heute ihren freien Tag. Kann ich trotzdem eine Frage stellen, die mich schon lange beschäftigt?….“ Situationen, in denen ich schwanke: geschmeichelt sein darüber, dass mir die Anrufenden zutrauen, ihre Fragen zu beantworten oder ins Telefon knurren: „Wenn es Ihnen unangenehm ist, warum rufen Sie trotzdem an?“ Mit einem Wort: Anrufende und ich finden keine gemeinsame Basis, auf der es sich gut antworten lässt. Und dass wir eine gemeinsame Sprache finden, Interessen, die wir teilen, ist eher unwahrscheinlich. Fazit von mir: für eine gemeinsame Sprache, die einander verbindet, selbst verbindlich ist, braucht es auch den richtigen Zeitpunkt. In seinem Standardwerk: Gutes Benehmen wieder gefragt! von Willy Elmayer  aus dem Jahr 1957 steht in etwa: Telefonieren: nicht vor 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr, und von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr. An Wochenenden, freien Tagen und Sonn-und feiertags nie. Selig sind, die sich daran halten! Das lässt sich heute nicht mehr  einhalten, ich weiß schon. Telefonieren aber zu Zeiten, von denen bekannt ist, dass sie unpassend sind, bringt keine Gemeinsamkeiten zustande. Schon gar nicht eine der Sprache. Dabei ist das Telefon eine gute Sache, gerade dann, wenn das mit dem Hinausgehen schwierig ist. Aber ich weiß jetzt schon: im Advent glüht das Telefon. Und ich werde schon abheben, auch wenn ich innerlich dabei knurre…..


Gott und die Welt

In dieser ersten Woche werde ich meine aktuellen Beiträge von „Antenne-Gott und die Welt“ in meinen Blog stellen. Heute schon zwei: der gestrige Sonntag und eben heute. Nachzuhören sind sie auch auf https://antenne.at/gott-und-die-welt.

Hier nun die beiden ersten Beiträge meiner Sendereihe. Titel der Reihe: „Gemeinsame Sprache“.

Sonntag, 21.11.2021:

Eine überspitzte Redewendung meint, dass sich Menschen aus Österreich und Deutschland durch die gemeinsame Sprache unterscheiden. Da liegt ein Stück Wahrheit drinnen! Leider meist in umgekehrter Richtung, also deutsche Alltagssprache importiert nach Österreich: Lecker ist so ein Beispiel. Klingt in meinen Ohren fürchterlich. Schmeckt gut!, das österreichische Pendent, sagt mehr aus! Weil es die Steigerungsstufen gibt: Schmeckt sehr gut, ausgezeichnet, unübertrefflich. In die andere Richtung geht es auch: schmeckt fad, was für eine Geschmacksverwirrung! Ja, das mit einer gemeinsamen Sprache ist so eine Sache. Eine Sprache, die Brücken baut, die Verständnis ausdrückt, die klar und deutlich sagt, worum es geht. Gerade in der jetzigen Zeit ist so eine klare, gemeinsame Sprache von großer Bedeutung. Denn, so höre und beobachte ich es: Unsere Sprache, unsere verwendeten Wörter werden härter, unerbittlicher, ja schon fast gewalttätig. Das baut keine Brücken, ruft kein Verständnis hervor. Eine solche Sprache verschärft den Egoismus, vergrößert den Riss, von dem es heißt, er sei schon da, in unserem Alltag angekommen.Eine klare, verständnisvolle Sprache ist kein Allheilmittel dagegen, lässt aber zumindest Raum zum Atemholen, nimmt den Stimmen das aufgeregte Vibrieren, auch die Lautstärke reduziert sich. Die Atmosphäre wird besser. Friedlicher. Und stimmt ein auf den Advent, der am kommenden Sonntag beginnt.

Montag, 22. November 2021:
Ein kurzes Schreiduell mitten auf einem Spazierweg musste ich mit anhören: „Was, du bist noch nicht geimpft? Du schleuderst uns deine ganze Viren hier in unserer Gegend herum! Schau, das du weiterkommst! Mit meinen Steuern sollen deine Tests nicht bezahlt werden. Sozialschmarotzer du!“ Ich habe mich da nicht eingemischt. War verblüfft, im Moment ehrlich sprachlos, was nicht oft vorkommt. Ich hätte keine klaren, beruhigende Worte gefunden. Und damit sicher keine besonders erfolgreiche Intervention geworden. Hätte ich trotzdem sollen? Ein bisschen nagt das noch an mir, dass ich vielleicht zu feig war in dieser Situation. In der Zwischenzeit konnte ich mir so eine kleine Strategie überlegen, wie sich solche Situationen beruhigen lassen: Erste Regel: Keine Argumente vorbringen! Nicht für die eine oder andere Seite. Zweite Regel: Intervention, aber überraschend: „Darf ich da kurz nachfragen: Wer sind denn ihre Nachbarn? Die kenne ich noch gar nicht!“ Bringt ein ganz anderes Thema zur Sprache. Dritte Regel: Zeit gewinnen. Dass sich die in den Streit verwickelten Personen trennen können. Ohne besonderes Aufsehen. Kostet zwar mir Zeit, hinterlässt aber keine Blutspuren. Gelöst ist das, worüber die gestritten haben, damit noch nicht. Ist auch nicht meine Absicht. Meine Hoffnung: dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen. Außer vielleicht vor einem Adventskranz, dessen Kerzen brennen. Neue Atmosphäre, neue Begegnung. Adventszeit ist Friedenszeit.

Antenne-Gott und die Welt: Sendungstext vom 15. September 2021

Bei aller Schönheit spätsommerlicher, frühherbstlicher Eindrücke: dass der Klimawandel nicht erst kommt, sondern schon da ist, beschäftigt mich und macht mir Sorgen.
Im Kleinen geht es ja schon recht gut: Fahrrad statt Auto im innerörtlichen Verkehr, Schauen auf die Regionalität der Lebensmittel mit ihren kurzen Transportwegen, eher eine Videositzung als eine, zu der ich mit dem Auto fahren muss.
Manchmal lässt sich eine Autofahrt trotzdem nicht verhindern. Wenn ich ins Krankenhaus gerufen werde, eine Trauung oder Taufe in einer der vielen „Locations“ stattfindet; Friedhöfe auf 1000m Seehöhe angelegt sind.
Im Kleinen lässt sich das noch einigermaßen richten.
Aber wie sieht es denn auf der Welt aus?
Schiffe fahren megaweit und mit viel Schwerölverbrauch über die Weltmeere, um unseren Konsum zu sichern. Flugzeuge ziehen ihre weißen Streifen am Himmel öfters als noch vor einem halben Jahr; In der Arktis hat es diesen Sommer geregnet: klingt irgendwie seltsam und ist es auch.
Ob ich optimistisch bleibe, dass wir auf ein normales Maß zurückkehren in unserer Lebensweise? Unsicher bin ich.
So hat meine Kirche die Klimaneutralität bis 2040 versprochen. Ob das nicht schon zu lange dauert? Das Zurückfahren auf ein verträgliches Maß wird auf alle Fälle teuer, sehr teuer. Nicht nur der Klimawandel selbst. Wer kann sich das leisten?
Aber die mahnenden Stimmen häufen sich. Und trotz aller Defizite: die Umstellung auf ein normales Maß beginnt im Kleinen, bei mir selbst, in meinem Wohnort. Wie bei Ihnen.
Bleiben Sie guter Hoffnung!