Blog Pfarrer Gerhold 4. Dezember 2021

Auf der Startseite haben Sie es sicher schon gelesen: wir haben die Präsenzgottesdienste wegen der hohen Inzidenzzahlen in unserem Bezirk und einigen schweren Fällen auch in unserer Pfarrgemeinde während der Adventzeit ausgesetzt. Video-Gottesdienste stellen wir auf unseren digitalen Kanälen wieder in bewährter Weise zur Verfügung. Wie bei den Lockdowns schon zuvor.
Wie auch immer Infektionen passieren, sie geschehen in diesen Zeiten und machen den Betroffenen zu schaffen. An uns ist es nicht, diese Infektionen nachzuverfolgen oder gar irgendwelche Spekulationen anzustellen. Wir sind mit denen, die davon Betroffen sind und mit denen, die einen geliebten Menschen dadurch verloren haben. Wir schließen sie alle in unsere Gebete mit ein.
Sorgen bereiten uns die zunehmend aggressivere Wortwahl, Gerüchte und unbestätigte Behauptungen. Sie dienen ganz und gar nicht dem Zusammenhalt in diesen schwierigen Zeiten. Dabei brauchen wir diesen. Jede Person braucht einen Rückhalt, Stärkung, auch Motivation. Das können wir uns gegenseitig zuerkennen, anbieten, schenken. Im kleinen Kreis, in vertrauter Atmosphäre.
In adventlicher Atmosphäre.
„Bleib‘ ma beinand“, so der Titel eines wirklich passenden Volksliedes. In Rücksicht und Verbundenheit. Einen gesegneten 2. Adventsonntag!

Blog Pfarrer Gerhold am 30. November 2021

Ein Vers der Hoffnung, der Entlastung, der klugen Voraussicht ist die heutige Tageslosung für den 30. November. Aus dem 31. Psalm: Meine Zeit steht in deinen Händen. Abgesehen davon, dass die Zeit etwas sehr persönliches, sich unerwartbar dehnendes und – leider – öfters davongaloppierendes ist, lege ich gerne diese meine Lebenszeit in die Hände Gottes. Weil sie für mich unverfügbar ist. Wie sinnvoll ich diese Zeit nütze, das steht in meinen Händen. Zeit zur Erholung, zur Arbeit, Musik zu hören oder zu lesen, mit der Familie, Freunden*innen, jede*r von uns hat so seine zeitlichen Prioritäten. Öfters passen sie zusammen, und dann wieder gar nicht. Aber so ist das mit verfügbarer und unverfügbarer Zeit. Meine Lebenszeit aber, die steht in Gottes Hand. Eine hoffnungsvolle und entlastende Zusage. Gott sei´s gedankt!
Eine Besonderheit des 30. November ist es, dass ich an diesem Tag Glückwünsche zu meinem Namenstag bekomme. Über die ich mich sehr freue! Als evangelischer Christ halte ich mich bezüglich der als Heilige verehrten Personen ganz an das Augsburger Bekenntnis (Artikel 21): „Den Heiligen soll man gedenken, damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und auch wie ihnen durch den Glauben geholfen worden ist; außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen!“
Nach Johannes 12,22 war Andreas zusammen mit Philippus ein Fürsprecher griechisch sprechender Besucher*innen, die Jesus sehen wollten während des Pesachfestes in Jerusalem. Andreas war also mit der griechischen Sprache vertraut. Heureka! Das ist ein feines Erbe meines Namenspatrons! (siehe auch www.heiligenlexikon.de zum Tag).

In solch positiven Gedanken miteinander verbunden, Ihr/Euer Andreas Gerhold

Blog Pfarrer Gerhold vom 29. November 2021

Nun bin ich ja gespannt, wie lange der Lockdown wirklich dauern wird. Die Stimmen pro und contra sind ja weit gestreut. Wie so manches in diesen Tagen und Wochen breit gestreut ist. Meine Hoffnung ist, dass die vielen unterschiedlichen Stimmen sich auf eine Basis verständigen können: die des Zusammenhalts. Daher auch meine Wünsche in dieser Zeit: dass wir weiterhin die Gottesdienste in den Kirchen feiern können und die Schulen offen bleiben. Ich erlebe es bei unseren Gottesdiensten, die wir aufzeichnen und in unseren digitalen Medienkanälen zur Verfügung stellen: dass die Besucher*innen in der gemeinsamen Feier eine solche Basis der Verständigung und des Zusammenhalts erleben dürfen und können. Wie auch die Schüler*innen durch den Präsenzunterricht ihre soziale Einbindung jeden Tag erfahren. Als Pfarrer stehe ich Ihnen auch für Gespräche und Besuche zur Verfügung. Meine Kontaktdaten sind auf dieser Homepage unserer Pfarrgemeinde leicht zu finden!
Zum Thema dieses Blogs passend füge ich auch meine Texte von „Antenne-Gott und die Welt“ hier an. Zum Nachhören zu finden sind sie ebenso auf dem Antenne-Podcast https://antenne.at/gott-und-die-welt.

Dienstag, 23. November 2021:
Adventmärkte eingezäunt, Kontrollen überall, verspätete Testergebnisse, Klassen im Homeschooling, Tourismusbetriebe bangen um die Wintersaison. Die Auswirkungen der Pandemie sind schon gravierend. Und mittendrin die Proteste des Pflegepersonals und der Kindergartenpädagoginnen. Deren Anliegen ich gut verstehen kann. Aber irgendwie dringen sie mit ihrer Sprache nicht durch. Dorthin, wo ihre Sache entschieden wird: in den Landesregierungen. Sie haben keine gemeinsame Sprache. Jede der beteiligten Gruppen hat ihre Sprache, die sie untereinander gut verstehen. Aber miteinander? Dabei geht es doch genau darum. Um das gemeinsame Anliegen: den Personen, die Pflege brauchen, Betreuung erwarten, diese auch geben zu können. Von genug Pflegepersonal, das anständig und ihrer verantwortungsvollen Arbeit entsprechend bezahlt wird. Dasselbe gilt für die Kindergärten. Nur das Alter ist unterschiedlich. Ein Vorschlag: statt Kindergärten, ein Wort der Verniedlichung, das anscheinend auch die Gehaltshöhe betrifft, den Namen „Kinderspielschule“ oder so ähnlich zu geben. Da wäre das Wort Schule mit im Spiel und die entsprechende Gehaltseinstufung gleich mit dazu. Sollten die Landesregierungen Weihnachtsgeschenke suchen, wäre das eine Idee: Den neuen Gehaltszettel unter den Christbaum legen. Kein einmaliger Gutschein, sondern ein Dauerabo für die ganze Berufszeit. Advent ist nämlich auch Vorfreude!

Mittwoch, 23. November 2021:
„Entschuldigen Sie die späte Störung. Eigentlich ruft man um diese Zeit nicht mehr an. Aber mir ist gerade eingefallen…“ Oder: „Ich weiß, Sie haben heute ihren freien Tag. Kann ich trotzdem eine Frage stellen, die mich schon lange beschäftigt?….“ Situationen, in denen ich schwanke: geschmeichelt sein darüber, dass mir die Anrufenden zutrauen, ihre Fragen zu beantworten oder ins Telefon knurren: „Wenn es Ihnen unangenehm ist, warum rufen Sie trotzdem an?“ Mit einem Wort: Anrufende und ich finden keine gemeinsame Basis, auf der es sich gut antworten lässt. Und dass wir eine gemeinsame Sprache finden, Interessen, die wir teilen, ist eher unwahrscheinlich. Fazit von mir: für eine gemeinsame Sprache, die einander verbindet, selbst verbindlich ist, braucht es auch den richtigen Zeitpunkt. In seinem Standardwerk: Gutes Benehmen wieder gefragt! von Willy Elmayer  aus dem Jahr 1957 steht in etwa: Telefonieren: nicht vor 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr, und von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr. An Wochenenden, freien Tagen und Sonn-und feiertags nie. Selig sind, die sich daran halten! Das lässt sich heute nicht mehr  einhalten, ich weiß schon. Telefonieren aber zu Zeiten, von denen bekannt ist, dass sie unpassend sind, bringt keine Gemeinsamkeiten zustande. Schon gar nicht eine der Sprache. Dabei ist das Telefon eine gute Sache, gerade dann, wenn das mit dem Hinausgehen schwierig ist. Aber ich weiß jetzt schon: im Advent glüht das Telefon. Und ich werde schon abheben, auch wenn ich innerlich dabei knurre…..