Blog Pfarrer: 28. März 2020

Allen, die heute Geburtstag feiern, Gottes Segen für ihr neues Lebensjahr, Hoffnung, dass auch mysteriöse Zeiten wieder zu Ende gehen! Ich habe heute schon mit einigen Geburtstagskindern telefoniert und das Interessante, was mir aufgefallen ist war, dass sie sich gar nicht so sicher sind, ob sie genau dort, wo ihr normaler Lebensrhythmus auf einmal aufgehört hat vor zwei Wochen, wieder anfangen möchten. Zumindest in einigen Bereichen. Klar, ihren Beruf wollen sie wieder aufnehmen, aber so kleine Dinge, wie Nahversorgung, neue Kontaktmöglichkeiten, die sie nun entdeckt haben, Zeit, um lesen zu können, das sind diese Bereiche, die eine ganz neue Wertigkeit bekommen haben. Die auch eine veränderte Lebensqualität zur Folge haben. Ein großartiges Jesuswort begleitet diesen heutigen Tag: „Wer den Willen Gottes tut, die sind meine Schwestern und Brüder und meine Eltern.“ (aus dem Markusevangelium, Kapitel 3, Vers 35) Schwestern, Brüder, Eltern: im Sinn Jesu sind wir das alle füreinander. In der Obacht, einander nicht zu nahe zu kommen und doch Nähe zu vermitteln, in den kleinen Dingen, die wir füreinander tun können. Lebensqualität, wie sie gerade jetzt so einmalig gelebt wird. So soll es auch nach der Pandemie sein. In dieser Hoffnung und Erwartung: Behüte euch Gott und bleibt aufmerksam im Miteinander, auch in der Distanz!

Blog Pfarrer: 27. März 2020

Heute ein kleiner Einblick inmein „Homeoffice“. Was mache ich als Pfarrer so den ganzen Tag, wenn kein Unterricht stattfindet, Gottesdienste nicht gefeiert werden, Taufen und Hochzeiten verschoben sind und Beerdigungen/Verabschiedungen in ganz anderen Bahnen ablaufen. Ganz wichtig: telefonieren, Kontakte pflegen auf allen Ebenen, einen Blog schreiben, für das Netzwerk Stainz Zustellungsfahrten übernehmen mit ganz außergewöhnlichen kleinen, kurzen Kontakten und Gesprächen über Zäune, aus den Fenstern, die manchmal sehr berührend sind. Vorbereitungen planen für den Videogottesdienst am Ostersonntag (Link werde ich hier im Blog angeben), wieder intensiv in theologische Lektüre eintauchen, wozu manchmal im normalen „Tagesgeschäft“ die Zeit fehlt, aber zur Arbeitsbeschreibung von uns Pfarrern*innen dazu gehört. Wichtig dabei: das alles in eine geordnete Tagesstruktur einfügen, wie den Blog schreiben, so zwischen 9.00 und 10.00 Uhr. Erstaunlich, wie das den Tag ausfüllen kann! Wann mir die Decke auf den Kopf fällt? Ich hoffe und arbeite intensiv daran: gar nicht. Auch das Lesen in der Bibel (und gleichzeitig wieder die alten Sprachen Hebräisch und Griechisch pflegen) ist so ein Tagespunkt. Den ich als Empfehlung gerne weitergebe, wobei Sie die alten Sprachen nicht zu pflegen brauchen. Für heute: Seien Sie in Gott behütet und bleiben Sie gesund.

Blog Pfarrer: 26. März 2020

Ein neues Schreiben von unserem Bischof Michael Chalupka ist heute bei mir eingelangt und bestätigt gleichsam offiziell: Unsere Gottesdienste in der Karwoche und an den Osterfeiertagen können nicht stattfinden. Das macht mich traurig und unsicher. Denn es geht mir ganz persönlich um den Karfreitag, den „höchsten“ Feiertag der Evangelischen Kirchen. Was staatlich zunächst mit dem Feiertagsruhegesetz von November 1955 den Angehörigen der evangelischen Kirchen A.B. und H.B., der Altkatholischen Kirche und der Methodistenkirche zugesichert und festgeschrieben wurde, dass der Karfreitag ihr Feiertag ist, hat sich 2019 in einen persönlichen Feiertag gewandelt und nun, 2020, können wir gar keine Gottesdienste in unseren Kirchen feiern. Aber weil wir eben protestantische Kirchen sind, wird es Gottesdienste geben: medial, in diversen Livestreams aus einzelenen Gemeinden und im Fernsehen kommen die Gottesdienste zu ihnen nach Hause! Feiern Sie mit, zeigen Sie damit ihre protestantische Haltung! Wir aus Stainz-Deutschlandsberg werden für den Ostersonntag einen Gottesdienst ins Netz stellen. Herzliche Einladung schon heute dazu. Den Link zum Gottesdienst werde ich auch in diesem Blog veröffentlichen. Gottes Segen und bleiben Sie gesund!

Blog Pfarrer: 25. März 2020

Ich warte – natürlich auf das Ende der fast ausgehlosen Zeit. Ich warte aber noch viel mehr auf den richtigen Schneefall in diesen Tagen, der sich heute früh in einem zarten Schneerieseln gezeigt hat. Ich warte auf viel Schnee! Denn was wir zur Gesundheit auch vor, während und nach diese Pandemie brauchen, ist reines gesundes Wasser. In der Früh, zu Mittag, abends, den ganzen Tag. Ein Glück, dass wir einfach so das Wasser aus den Leitungen trinken können! Und uns nicht gewöhnen müssen an den leichten Chlorgeschmack, der bei der Wiederaufbereitung entsteht. In so manchen Städten dieser Welt habe ich einen Vorgeschmack davon bekommen. Und mich gleichzeitig gefreut auf das Wasser hier bei uns. Und warum warte ich dann auf Schneefall? Weil viel Schnee viel Wasser in den Brunnen und Quellen bedeutet. Schnee sickert einfach besser in den Boden als mächtige Regenfälle. Wird dadurch auch gereinigt und als eines unserer wichtigsten Lebensmittel so bereit gestellt. Auch brauche ich Wasser für Kaffee und Tee, meine weiteren geschmackvollen Lebensbegleiter. Aber das ist eine sehr persönliche Geschichte. Aber in Zeiten der fast ausgehlosen Tage gehört eine Tasse Kaffee, eine Tasse Tee mit zu den Markierungspunkten der neuen Tageseinteilungen. Die gerade in den eigenen vier Wänden so wichtig sind. Für heute: behüte euch Gott und bleibt gesund. Bis morgen.

Blog Pfarrer: 24. März 2020

Herzlich willkommen auf meinem 2. Blog! Das erste Wort, das meine Ohren heute Morgen erreicht hat, war „flächendeckend“. Interessantes Eigenschaftswort. Was kann flächendeckend sein? Ein großes Tuch, ein Zelt, eine Meinung, ein Test, eine Haltung? Gemeint war der CorV-19-Test. Eine Hilfe soll er sein in der genauen Bestimmung infizierter Menschen. Das dient der Zielorientierung der Maßnahmen, die noch gesetzt werden können. Punktgenau, auch ohne Test, war meine erste Ausfahrt gestern als freiwilliger Zusteller bestellter Waren. Eine feine Aufgabe, ein tolles Team, und überall dort, wo ich Bestellungen angeliefert habe, kam ein herzliches „Dankeschön!“ aus einem Fenster, einem Balkon oder über den Zaun. Dazu ein kleiner Schwatz, ein Segenswunsch, der beiden gut getan hat, der belieferten Person und mir selbst. Ein Lichtmoment in sonst windigen Zeiten. Aufmunterung, wenn manche mutlos werden. Das ist gefragt, für so viele. Begrenzte, kleine Momente gestern, flächendeckend schon an so vielen Orten. Sprecht euch Mut zu und wünschen wir uns: bleiben wir gesund! Bis morgen, und Danke für Ihre geschenkte Lesezeit!

Blog Pfarrer: 23. März 2020

Herzlich Willkommen auf meiner neuen Blog-Seite! Aufmunterung, Kontakt knüpfen, eine Idee entwerfen, eine kurze biblische Betrachtung erstellen, vielleicht auch nur Zeitvertreib mit Lesen in diesen neuen Zeiten fördern. So ein Blog gibt viele Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu treten auf nonviraler, aber doch persönlicher Ebene. Dazu braucht es ein bisschen Mut, in die neuen digitalen Möglichkeiten einzusteigen. Aber genau das ist es ja, Mut, Neugier, die wir so dringend brauchen, jetzt, wo sich so vieles verändert hat in unserer Lebensweise und wir nicht wissen, wie lange das ganze noch dauern wird. Der vergangene Freitag war von einem wunderbar passenden biblischen Text getragen: Gott wird mich in seiner Hütte verstecken zur bösen Zeit und mich im Schutz seines Zeltes bergen. (Psalm 27,5). Schauen Sie sich um in ihrer Wohnung, ihrem Haus, und betrachten Sie die eigenen vier Wände einmal als ihre schützende, bergende zweite Haut. Sie werden dann gleich verstehen, was mit diesem Vers aus dem 27. Psalm gemeint ist. Ich glaube ja nicht, dass die Bundesregierung und die Gesundheitsexperten*innen im 27. Psalm nachgelesen haben und drauf gekommen sind:“Ja, genau so machen wir es!“ Aber das Ziel bleibt das Gleiche: Zuhause geschützt sein, sich wohl fühlen, neue Möglichkeiten entdecken, die Zeit miteinander nützen und daran denken:“Nehmen wir es als Geschenk. Wer weiß, ob wir dasselbe noch einmal bekommen!“ Ich bedanke mich für ihre Lesezeit! Für heute: Behüte euch Gott und bleiben Sie alle gesund.